Nach dem intensiven Flusspiratenlager des Kinderhilfswerks Kovive, das ich jedes Jahr Anfang August mitleiten darf, war es Zeit für ein bisschen Erholung. Und wo könnte man besser abschalten als im wunderschönen Berner Oberland? So zog es Sebastian und mich am 10. August 2024 erneut nach Leissigen an den Thunersee – eine Gegend, die uns jedes Mal aufs Neue begeistert.

Unser kleines AirBnB, eine gemütliche Einliegerwohnung in einem Einfamilienhaus, liegt nur einen Katzensprung vom See entfernt. Wir dürfen den Garten mitbenutzen, und der direkte Zugang zum Wasser macht den Aufenthalt jedes Mal zu etwas Besonderem. Von den Gastgebern werden wir immer mit einem superfeinen grossen Frühstück verwöhnt. So lässt es sich gut gehen. SUP, Kajak, Baden, Sonne – wir haben wirklich alles ausgenutzt. Der Thunersee ist mit seinen knapp 19 Grad zwar eher frisch, aber seine grünlich-türkisblauen Farben machen jeden Sprung ins Wasser zu einem kleinen Glücksmoment. An einem Tag haben wir den See sogar komplett mit dem Kajak überquert – ein echtes Highlight.

Das traumhafte Wetter lockte uns auch in die Berge. Spontan entschieden wir uns für einen Ausflug nach Grindelwald, wo wir mit der Firstbahn hoch hinaus in die spektakuläre Alpenlandschaft fuhren. Der Blick auf Jungfraujoch, Schreckhorn und Wetterhorn ist einfach beeindruckend – auch wenn wir diesen Anblick mit zahlreichen anderen Touristen teilen mussten.
Im Internet fanden wir eine Wanderroute von Grindelwald First über den berühmten Bachsee, weiter zum Faulhorn und schliesslich hinunter zur Bussalp. Rund 10 Kilometer, 600 Höhenmeter Aufstieg und fast 1000 Höhenmeter Abstieg – eine Tour, die man spürt, aber die jede Anstrengung wert ist. Schon kurz nach dem Bachsee waren wir fast alleine unterwegs. Blühende Wiesen, imposante Gipfel, klare Bergluft – eine Wanderung wie aus dem Bilderbuch. Auf der Bussalp belohnten wir uns mit einem fantastischen Käsefondue, bevor es mit dem Postauto zurück nach Grindelwald ging.

Am nächsten Tag stand etwas ganz anderes auf dem Programm: ein Krimitrail in Spiez. Das Städtchen direkt am See ist schon für sich ein Besuch wert. Der Trail selbst war zwar nicht besonders knifflig, aber wir kamen dadurch in jede Ecke von Spiez und genossen die schöne Umgebung.

Gegen Ende unserer Ferien mussten wir für eine Nacht die Unterkunft wechseln – ein kleines Buchungsdurcheinander. So landeten wir auf dem Campingplatz Bönigen bei Interlaken und bezogen einen gemütlichen Camping Pod. Auch dort zeigte sich das Wetter von seiner besten Seite, und wir wagten sogar noch ein Bad im noch kühleren Brienzersee.

Ein Abendessen im Restaurant Oberländerhof mit Blick auf den See war dann ein weiterer Höhepunkt – gutes Essen, schöne Atmosphäre, perfekter Abschluss. Am nächsten Morgen spazierten wir nach Interlaken, gönnten uns ein überteuertes, aber leckeres Frühstück und entschieden uns für die Rückfahrt nach Bönigen für etwas Besonderes: eine Fahrt mit dem Dampfschiff. Aufgrund der vielen Touristen gleich in der ersten Klasse – zum Glück fast leer und wunderbar entspannt.